Das Zentrum Künste und Kulturtheorie (ZKK) der Universität Zürich versteht sich als Zusammenschluss von ForscherInnen aus den Film-, Literatur- und Kunstwissenschaften, die das kulturtheoretische Potential ästhetischer Prozesse erforschen wollen.

Dass die unterschiedlichen Künste stets Gegenstand, Spielwiese oder Anwendungsgebiet von Kulturtheorien sind, gehört zum Alltagsgeschäft der Film-, Literatur- und Kunstwissenschaften. Die ForscherInnen des ZKK interessiert jedoch eine andere Perspektive auf die Künste: die Spezifik künstlerischer Erkenntnis für die Herausbildung von Kulturtheorien. Dabei sollen die kritischen, selbstreflexiven und projektiven Dimensionen der Künste in Neuzeit, Moderne und Gegenwart, aber auch in globalhistorischer Perspektive aufgearbeitet werden. Die Künste werden somit nicht bloss als Gegenstand von Theoriebildung betrachtet. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie implizit theoretische Entwürfe enthalten und selbst immer wieder Impulse zur Überwindung überkommener heuristischer Konzepte in den Wissenschaften, der Kulturtheorie sowie in anderen Disziplinen geben. So wären etwa die russische formale Schule ohne den russischen Futurismus, das von Roland Barthes entwickelte Konzept der écriture ohne den Nouveau Roman oder die anhaltende Diskussion rund um eine literarische Materialästhetik ohne die zeitgleich betriebenen Experimente der Neoavantgarde und der Popliteratur kaum denkbar.