Tagungen

Over Her Dead Body Redux. Feminism for the 21st Century

Am 20. und 21. Oktober 2017 in der Universität Zürich (am 20. in Raum KO2-F-180, Rämistrasse 71, am 21. in RAA-G-101, Rämistrasse 69), organisiert vom Doctoral Program in English and American Literary Studies des Englischen Seminars der Universität Zürich.

25 years after the publication of Elisabeth Bronfen’s influential book Over Her Dead Body: Death, Femininity and the Aesthetic, we want to revisit the theoretical creativity and potential of 1990s feminism and gender studies. A quarter of a century later, and in the face of 21st-century turmoil, backlashes and protests, how can we reevaluate our feminist positions, what aspects need to be upheld, what concepts need to be reassessed? For this timely conversation, we have invited an illustrious, international group of intellectuals: Judith Butler, Mandy Merck, Barbara  Vinken, Elisabeth Bronfen and others will discuss questions concerning the relationship between feminism, aesthetics, representation, and language; the shifts and changes – for better or for worse – that have occurred between the 1990s and today; as well as potential visions for the future.

Paradigmatic Figures of Psychoanalysis

Internationale Konferenz vom 23.–25. Oktober 2017, KOL-E-13 (Senatszimmer), Rämistrasse 71, 8006 Zürich, organisiert von Frauke Berndt und Cornelia Pierstorff.

Die These einer ›Unvermeidbarkeit Sigmund Freuds‹ benennt den außergewöhnlichen Status des Begründers der Psychoanalyse im kulturwissenschaftlichen Diskurs seit 1900. Wie die literarische Produktivität von der Psychoanalyse beeinflusst worden ist, so steht deren Theoriebildung wiederum von Anfang an in engem Zusammenhang mit Mythologie und Literatur. Wir haben es mit einem Phänomen gegenseitiger Beeinflussung und Bezugnahme zu tun, das selbst ebenfalls dem historischen Wandel unterliegt.  Dabei spielen die antiken Tragödien und ihr Figurenpersonal eine besondere Rolle: Ödipus wird für Freud zum Namenspatron des Komplexes, der die männliche Subjektivität konfiguriert, Elektra zur verworfenen Kandidatin eines weiblichen Gegenstücks, Hamlet zum modernen Erben des Ödipus und seines Komplexes. Diese Figuren können insofern als paradigmatische Figuren der Psychoanalyse gelten, als ihre Interpretation für Freud und in seiner Nachfolge weitere PsychoanalytikerInnen die Grundlage theoretischer Axiome bildet. Ohne Figuren keine Komplexe! In der zweiten und dritten Generation der PsychoanalytikerInnen verschiebt sich der Akzent von der Literaturrezeption auf die Rezeption der Gründungstexte zur Psychoanalyse. Trotzdem schließen z.B. Kohut (Narziss), L. Szondi (Kain), Butler (Antigone) oder Meltzer (Jeanne d’Arc) an figurenspezifische mythologische und literarische Motive, Stoffe, Rollen (personae) und Narrative an, die in der Begriffsbildung eine wichtige Rolle spielen und außerdem dafür gesorgt haben, dass ein europäischer literarischer Kanon entstanden ist. Die Funktionen der von der Psychoanalyse in Dienst genommenen ebenso wie der von der Psychoanalyse ignorierten, vermiedenen, ja verdrängten oder nicht gekannten, aber dennoch – unter der Hand – aktivierten Figuren sollen auf dieser internationalen Tagung erforscht werden, und mit ihnen die Abhängigkeit der Theoriebildung von der Literatur, die ihr epistemisches Potenzial auf diesem Feld einmal mehr behauptet.