Forschung

Mit der Konzentration auf den kulturtheoretischen Charakter künstlerischer Praktiken zielt das ZKK auf eine Intensivierung der Beschäftigung mit den Künsten und den in ihnen angelegten Theoriepotenzialen. Damit profiliert sich das Zentrum auch in Absetzung von Bemühungen in den letzten Dekaden, philologische oder medienästhetische Erkenntnisse an nicht-künstlerischen Gegenständen oder Prozessen zu erproben oder die Künste selbst vor allem als wissens-, ideen- oder technikgeschichtliches Archiv zu verstehen und zu bearbeiten. Vielmehr geht es darum, die Zürcher Tradition der Fokussierung auf Gegenstand, Material und Verfahren unter neuen theoretischen Aspekten aufzunehmen und ihre Relevanz für die aktuellen kulturwissenschaftlichen Debatten herauszustellen.

Implizite und explizite Ästhetiken

Einen der Kernbereiche des ZKK bildet die Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wie von einer in den Künsten bereits entwickelten impliziten und expliziten Ästhetik ausgegangen werden kann. Drei Felder stehen im Fokus der Forschungsinteressen: erstens aisthetische, poietische, philologische und performative Erkenntnis sowie Erfahrung, zweitens die kulturanalytische Funktion der Künste und drittens Produktionsästhetik, Materialikonologie, Verfahrenswissen sowie Experimentalheuristik.

Austauschprozesse zwischen Künsten und Theorie

Profilbereich 2

Im zweiten Profilbereich geht es vor allem Austauschprozesse zwischen ästhetischen Gegenständen und wissenschaftlichen Theorien. Diese Wechselbeziehungen sind Gegenstand sowohl künstlerischer wie wissenschaftlicher Reflexion. Im Vordergrund stehen Übersetzungsprozesse und two way traffic zwischen Kunst und Theorie, antizipative Fiktion/ proleptische Imagination im historisch-politischen Kontext sowie Aneignungs- und Verwandlungsprozesse wie Reimagination, Reenactment oder Reinskription.

Transkulturologie

Profilbereich 3

Im dritten Profilbereich wird analysiert, wie Kunst und Theorie in unterschiedlichen Kulturen miteinander in Wechselwirkung treten, welche transkulturellen Phänomene sie hervorbringen und welche Modelle sie dafür entwickeln. Von Interesse sind hierbei die lokale Spezifik kulturtheoretischer und künstlerischer Modelle und deren Austauschprozesse, Korrelationen von Kulturen und Räumen (Geopoetiken, Landschaftsmodelle, Kulturtopologien) sowie Konzept- und Theorietransfer.

Transhistorische Avantgarden

Im vierten Profilbereich wird das bestehende Potenzial der in Zürich ansässigen Avantgardeforschung im Hinblick auf Fragen nach Risiko, Spekulation, Neuerung und Gegenwärtigkeit ausgebaut. Es geht um klassische Avantgarden im Vergleich, um das Cross over von klassischer Avantgarde und Mainstream sowie um die transkulturelle Avantgarde in Zürich.