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Sandra Frimmel, Sabine Hänsgen: »Was wollte der Künstler damit sagen?«

Führung im Rahmen der Ausstellung Yuri Albert. Elitär-demokratische Kunst

Am 10. Januar 2019 um 18 Uhr, Kunstmuseum Liechtenstein, Städtle 32, Vaduz

Laufzeit: 21. September 2018 - 27. Januar 2019

Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet dem aus Moskau stammenden Künstler Yuri Albert (* 1959) die erste umfassende Einzelausstellung ausserhalb Russlands.

Yuri Albert ist einer der wichtigsten Vertreter der zweiten Generation des Moskauer Konzeptualismus. In den 1970er- und 1980er-Jahren aus dem staatlichen Kulturbetrieb ausgeschlossen – aus der offiziellen Infrastruktur von Museen und Galerien, aber auch aus den Diskursen von Kunstwissenschaft und Kunstkritik –, mussten die Künstler selbst die Aufgabe der Präsentation, Kommentierung und theoretischen Reflexion ihrer Tätigkeit übernehmen. Geprägt von der historischen Erfahrung der Selbstorganisation im spätsowjetischen Milieu fand Albert zu seinen kritischen und zugleich (selbst-)ironischen Reflexionen des Systems Kunst.

Im Zentrum der Ausstellung, die Yuri Alberts Werk zum ersten Mal in dieser Fülle ausserhalb Russlands vorstellt, steht die Serie Elitär-demokratische Kunst (1987–2017). In dieser wird die Sprache der Kunst den Sprachen von Blinden und Gehörlosen oder auch den Fachsprachen von Seeleuten und Stenografistinnen gegenübergestellt, um sowohl die einzelnen semiotischen Systeme als auch die Kunst allgemein, ihre Verständlichkeit und Zugänglichkeit, einer Analyse zu unterziehen. Der Museumsbesucher ist in diesen Untersuchungen der Beziehung zwischen Kunstwerk und Interpretation, Bild und Text, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Original und Kopie, immer ein kommunikatives Gegenüber. Yuri Alberts Arbeiten ziehen in einen Dialog mit der Kunst und über die Kunst hinein und laden ein, über den Status von Kunst nachzudenken: elitär oder demokratisch.

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein in Kooperation mit dem ERC-Projekt Performance-Art in Osteuropa (1950–1990): Geschichte und Theorie (Universität Zürich), kuratiert von Sandra Frimmel.