Veranstaltungen

Videokunst digital. Ein Paradigmenwechsel

Mittwochs, 18:15–19:45 Uhr, Rämistrasse 73, 8006 Zürich, Hörsaal RAK-E-8

Institutskolloquium HS21 des Kunsthistorischen Instituts, organisiert von Daniel Berndt und Bärbel Küster

Die Vorlesungsreihe soll mit Blick auf aktuelle und historische Positionen der Videokunst Aufschlüsse darüber liefern, wie die Digitalisierung künstlerische Praktiken, formale Aspekte und medienspezifische Diskurse beeinflusst und neu ausgerichtet hat. Inwiefern erzeugte der Übergang zum digitalen Video einen Paradigmenwechsel und was sind seine Auswirkungen? Wie veränderte sich mit digitaler Kameratechnik, softwaregesteuerter Bildbearbeitung und dem Internet die Ästhetik, inhaltliche Ausrichtung sowie die Rezeption von Videokunst?
Diese Kernfragen aufgreifend beleuchten die Vorträge Produktions- und Rezeptionsbedingungen sowie theoretische Ansätze zur Analyse von Videokunst. Darüber hinaus soll die erhöhte Zirkulation künstlerischer Videoarbeiten online und daran geknüpfte Debatten über Copyright und Urheberrechte aber auch die Chancen, die der Medientransfer analoger Videos in digitale Formate für die kunsthistorische Forschung und Lehre bietet, zum Thema gemacht werden.


Programm

Mittwochs, 18.15–19.45 Uhr, Rämistrasse 73, 8006 Zürich, Hörsaal RAK-E-8 oder auf Zoom (tba)

29. September 2021 Artist Talk mit Akram Zaatari und Daniel Berndt (Universität Zürich) (EN)

13. Oktober 2021 Lisa Åkervall (University of Gothenburg): Theatricality in Digital Networks (EN)

03. November 2021 Yvonne Schweizer (Universität Bern): Das Dogma der Handlungsübertragung. Netzökonomien des Kunsttutorials im Social Web

10. November 2021 Renate Buschmann (Universität Witten/Herdecke): Digitale Zugänglichkeit von Videokunst: Abwägungen zwischen öffentlichem Anspruch und merkantilem Wert

01. Dezember 2021 Elisa Linseisen (Universität Paderborn): Image Processing in einer postdigitalen Wirklichkeit. Hito Steyerl und die Potenziale der Hochauflösung

15. Dezember 2021 Stefan Tarnowski (Columbia University, New York): Like the Snail with its Shell: Abounaddara and Artisanal Video

Die Termine sind derzeit überwiegend als Präsenz- bzw. Hybridveranstaltungen geplant. Bei etwaigen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird auf Zoom ausgewichen. Für mehr Infos zu den einzelnen Vorträgen und deren Veranstaltungsmodus konsultieren Sie bitte zeitnah jeweils vorab die Homepage des Kunsthistorischen Instituts.

Paul Schrader im Gespräch mit Fabienne Liptay

Samstag, 2. Oktober 2021, 13 Uhr, Filmpodium, Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich

Er gilt als Ikone des „New Hollywood“: Der 75-jährige amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Paul Schrader schrieb mit den Drehbüchern für Martin Scorseses Taxi Driver und Raging Bull Kinogeschichte. Aber auch mit seinen eigenen Regiearbeiten wie American Gigolo sorgte er für Aufsehen. Zu seinen weiteren Werken zählen der Horrorfilm Cat People oder das Drama First Reformed, das ihm eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch einbrachte.

Im Rahmen der Reihe ZFF Masters spricht der diesjährige Gewinner des ZFF Lifetime Achievement Awards mit Fabienne Liptay, Professorin für Filmwissenschaft, über sein beeindruckendes Œuvre.

Das Gespräch mit Paul Schrader findet im Rahmen einer Partnerschaft der UZH mit dem ZFF statt. Alle Mitarbeitenden der UZH erhalten 25% Ermässigung auf alle Tickets des ZFF im Online-Kartenverkauf. Klicken Sie hierfür den gewünschten Film an und geben den Code "univer" ein; wählen Sie dann den Sitzplatz und die Kategorie "Sponsor" aus. Beim Einlass muss die UZH-Card vorgezeigt werden.

Aura Satz im Gespräch mit Fabienne Liptay

Mittwoch, 6. Oktober, 21 Uhr, Videoex – Internationales Experimentalfilm & Video Festival Kanonengasse 20, Zürich

Das Interesse an Klang und die Beziehung oder Diskrepanz zwischen Klang und Bild treibt Aura Satz’ (*1974, Barcelona, lebt in London) filmische Arbeit an, wobei Musik, verschiedene Soundtechnologien, Akustik und Vibration eine Rolle spielen. Oft greift sie veraltete, fast vergessene Technologien auf, mit denen sie Aufzeichnungssysteme, Codes und Chiffrierungen erkundet und so verschiedene Techniken zur Visualisierung von Sound erforscht. Aus dieser Beschäftigung entspann sich der zweite Strang von Aura Satz’ Werk: die Wiederentdeckung des Beitrags, den Frauen zur Entwicklung von solchen Technologien geleistet haben. Sie sucht sie nach der ungehörten Stimme dieser Erfinderinnen, deren Leistungen oftmals in Vergessenheit geraten sind.

Im Rahmen des Videoex-Fokus zu Aura Satz spricht die Filmwissenschaftlerin Fabienne Liptay mit der Regisseurin u.a. über deren intensive Forschungsvorarbeit zu den Filmen. Das Gespräch ist eine Kooperation zwischen dem Videox und dem SNF-Projekt Exhibiting Film: Challenges of Format.

Extractive Zones

02. Juli - 17. Okotber 2021, Museum der Kulturen Basel, Münsterplatz 20, Basel

Die Mensch-Umwelt-Beziehungen verändern sich durch Eingriffe von extraktiven Industrien und Wissenstechnologien radikal. Extractive Zones handelt von sozialen Ökologien und den – häufig indigenen – Räumen, die einerseits bis heute durch eine hohe Biodiversität und andererseits durch eine lange Geschichte des Ressourcenabbaus, durch (neo)koloniale Beziehungen und Extraktivismus geprägt sind. Die Ausstellung erprobt vor diesem Hintergrund einen kritischen Dialog zwischen Gegenwartskunst und Museumsobjekten.

Die gezeigten Arbeiten von Maria Thereza Alves, Carolina Caycedo, Uriel Orlow, Abel Rodríguez und Claudia Salamanca verweisen auf die Bedeutung ignorierter Wissenspraktiken und -systeme von alternativen Entwürfen der Welt jenseits des Fortschrittsdenkens.

Veranstaltungsreihe

6. Oktober, 18 Uhr: Liliana Gómez und Alexander Brust: Gegenwartskunst und Ethnografie, im Museum der Kulturen Basel und via Zoom

7. Oktober, 18 Uhr: Macarena Gómez-Barris: At the Sea's Edge: Non-Extractive Architectures, via Zoom

14. Oktober, 18 Uhr: Bénédicte Savoy: Kultureller Extraktivismus, Museen und die Folgen, im Naturhistorischen Museum Basel,  Augustingergasse 2, und via Zoom

11. November, 18 Uhr: Jens Andermann: Immundo: Unspecific Aesthetics and the Arts of Survival, via Zoom

26. November, 18 Uhr: Artist Talk mit Carolina Caycedo, via Zoom
Herbst 2021: Michael Taussig: Palm Oil and the Metamorphic Sublime, der Termin wird rechtzeitig auf der Museums-Website angekündigt

Bitte melden Sie sich für die Veranstaltungen, ob in Präsenz oder digital, bis 12 Uhr des Veranstaltungstages über das Museum der Kulturen Basel per E-Mail oder telefonisch an: info@mkb.ch // +41 61 2666 56 00.

Eine Kooperation zwischen dem Museum der Kulturen Basel, TRACES, Universität Kassel und dem documenta Institut, unterstützt durch den Schweizerischen Nationalfonds. Kuratiert von Prof. Dr. Liliana Gómez, Professorin für Kunst und Gesellschaft an der Universität Kassel, und Alexander Brust, Leiter der Abteilung Amerika des Museums der Kulturen in Basel.