Veranstaltungen

Yuri Albert. Elitär-demokratische Kunst

Eröffnung: 20. September 2018, 18 Uhr, Kunstmuseum Liechtenstein, Städtle 32, Vaduz
Laufzeit: 21. September 2018 - 20. Januar 2019
Katalogpräsentation & Artist Talk: 26. Oktober, 18:30, Kunsthalle Zürich, bei 100 Ways of Thinking - Wissenschaftsfestival

Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet dem aus Moskau stammenden Künstler Yuri Albert (* 1959) die erste umfassende Einzelausstellung ausserhalb Russlands.

Yuri Albert ist einer der wichtigsten Vertreter der zweiten Generation des Moskauer Konzeptualismus. In den 1970er- und 1980er-Jahren aus dem staatlichen Kulturbetrieb ausgeschlossen, mussten die Künstler selbst die Aufgabe der Präsentation, Kommentierung und theoretischen Reflexion ihrer Tätigkeit übernehmen. Geprägt von dieser historischen Erfahrung fand Albert zu seinen kritischen und zugleich (selbst-)ironischen Reflexionen des Systems Kunst. Yuri Alberts Arbeiten laden den Besucher ein, über den Status von Kunst nachzudenken: elitär oder demokratisch.

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein in Kooperation mit dem ERC-Projekt Performance-Art in Osteuropa (1950–1990): Geschichte und Theorie (Universität Zürich), kuratiert von Sandra Frimmel.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in deutscher Sprache, herausgegeben von Sandra Frimmel und Sabine Hänsgen. Sie enthält ausgewählte Texte des Künstlers sowie einen umfassenden Werkteil.

Nicht-endende Enden. Über Denken, Sprechen und abschweifende Forschung

Screening und Gespräch mit der Künstlerin Lilian Robl

Am 18. Oktober um 19:15 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich

Lilian Robl (* 1990), Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und Freien Kunst in München und Brüssel, arbeitet an den Nahtstellen der Bereiche Bildende Kunst, Literatur und Philosophie, alleine oder in Kooperationen. So forschte sie beispielsweise 2017 im Rahmen eines dreimonatigen Fellowships am Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst an Fragestellungen der Diagrammatik und ist Mitglied einer Gruppe von Theoretikern, Künstlern und Schriftstellern, die an der Realisierung eines Thesaurus der literarischen Sprachfiguren und Bildbegriffe arbeitet.

Im Cabaret Voltaire stellt sie ihre Videoarbeiten Abschweifung und Synset Kreis vor, in denen sie die titelgebenden Begriffe untersucht: Schreiben und Zeichnen, Schrift und Bild, aber auch Sprache und Mathematik oder Literatur und Philosophie treffen hier aufeinander. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Prof. Dr. Barbara Naumann statt.

Poetry & Performance. The Eastern European Perspective

Laufzeit: 16. September - 28. Oktober 2018, Shedhalle, Seestrasse 395, Zürich

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellen sich vor allem DichterInnen und KünstlerInnen in Osteuropa der Herausforderung, die kommunikative und politisch-ideologische Indienstnahme der Sprache zu reflektieren und zu erforschen. Sie tun dies mit ästhetischen Mitteln, indem sie die materielle und mediale Dimension der Sprache ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken und für sich und ihr Publikum performative Situationen schaffen, in denen Möglichkeiten sprachlicher Äusserung erprobt, durchgespielt und ausagiert werden.
Die Ausstellung, kuratiert von Tomáš Glanc, Sabine Hänsgen, präsentiert Autor_innen aus den Subkulturen sozialistischer Staaten neben zeitgenössischen Positionen. Damals wie heute gewinnen Poesie und Performance in politischen Krisenzeiten eine besondere Brisanz, da in diesen ephemeren und flexiblen Formen Zusammenhänge behandelt werden können, die ansonsten unbesprochen blieben.

Performance Art (as) Theory #3: Adam Czirak

Am 25. Oktober 2018 um 19 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich
 
Die Reihe »Performance Art (as) Theory« ist eine Kooperation zwischen dem ZKK und dem ERC-Projekt »Performance Art in Eastern Europe (1950-1990): History and Theory«. Eingeladen werden Forscherinnen und Forscher, die sich mit Performance Art Theory beschäftigen und dabei zugleich im Blick haben, wie Performances, Happenings sowie Aktionen explizit und implizit selbst bereits Theorie adressieren, auf Theorie antworten, Theorie anstossen, Theorie parodieren oder selbst Theorie sind. Verhandelt werden sollen sowohl einzelne Beispiele aus der Performance Art als auch spezifische ›theoretische‹ Genres und bestimmte ästhetische Fragestellungen, die in Performances untersucht werden.