Veranstaltungen

Wolfgang Ullrich: «Die Politisierung des Gesichts. Über Selfie-Aktivismus»

Mittwoch, 28. April 2021, 18:15–19:30 Uhr, via Zoom

Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich beschäftigt sich in seiner Forschung umfassend mit digitalen Bildern und Bildkulturen. In seinem Vortrag spricht er über das Selfie, eine der ältesten und wichtigsten Gattungen von Bildern in den Sozialen Medien, das sich in den letzten Jahren weiter ausdifferenziert hat. Dabei wird das Gesicht immer häufiger als politischer Ort aufgeladen. Mit Make-Up, Filtern, Frisuren und Accessoires wird es zum Botschafter für diverse gesellschaftspolitische Themen. Nahezu alle relevanten aktuellen politischen Diskurse schlagen sich mittlerweile also auch in Stylings nieder, die meist oder ausschliesslich für Fotos vorgenommen werden, mit denen die Sozialen Medien bespielt werden.

Eine Veranstaltung Veranstaltungen der Lehr- und Forschungsstelle für Theorie und Geschichte der Fotografie, Kunsthistorisches Institut, UZH. Konzept und Organisation: Bettina Gockel, Sophie Junge & Stella Jungmann. Bitte melden Sie sich per E-Mail an stella.jungmann@khist.uzh.ch an.

Alexander Supartono: «Historical Insights into Contemporary Photography in Southeast Asia»

Mittwoch, 5. Mai, 18:15–19:30 Uhr, via Zoom

Alexander Supartono is a photo historian and curator specializing in modern and
contemporary photography in Southeast Asia. He lectures on photography histories and theories at the Edinburgh Napier University. Based on his extensive research und curatorial projects such as “Post-Colonial Photo Studio” and “Afterimage: Contemporary Photography in Southeast Asia,” the talk will locate the practice of contemporary photography in Southeast Asia from the historical perspective of the medium in the region. It will explore how scholarly attention to and the increased visibility of photography practices in colonial Southeast Asia might invigorate its contemporary practice and vice versa.

Eine Veranstaltung Veranstaltungen der Lehr- und Forschungsstelle für Theorie und Geschichte der Fotografie, Kunsthistorisches Institut, UZH. Konzept und Organisation: Bettina Gockel, Sophie Junge & Stella Jungmann. Bitte melden Sie sich per E-Mail an stella.jungmann@khist.uzh.ch an.

Ute Christiane Hoefert: «Rollenflexibilität und Demokratisierung in der Kunst: Der Konzeptkünstler, Mail Artist und Networker H. R. Fricker

Mittwoch, 26. Mai, 18.15–19.30 Uhr, via Zoom

Der Schweizer Künstler Hans Ruedi Fricker praktiziert seit 1981 Mail Art. Diese Kunstform findet in einem offenen Netzwerk statt, in dem Objekte und Gegenstände sowie selbstgestaltete Briefmarken, Postkarten und Kuverts auf dem Postweg ausgetauscht werden und die Teilnehmenden Aufgaben des Ausstellens, Sammelns und Bewahrens übernehmen. Frickers Werk ist in der Wahl seiner Ausdrucksmedien und durch die künstlerische Einbindung der Rezipierenden von Vielfalt und Veränderung geprägt. Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung zeigt sich ein Wandel in Hinblick auf seine Aufführungsorte und Ausdrucksmittel, die von der Fotografie zum Plakat, von der Strasse ins Netzwerk der Mail Art, vom Stempel zum Schild und von der Mail Art zurück auf die Strasse bis ins Internet reichen. Damit zählt Fricker weltweit zu einem neuen Künstlertypus, der auf originelle Weise auf Gegenwärtiges reagiert und sich mit seiner Kunst für persönliche und gesellschaftliche Prozesse engagiert. Seinem Werk hat sich die Kunsthistorikern Ute Christiane Hoefert in ihrer Dissertation gewidmet, die 2021 in der Open-Access- und Print-on-Demand Schriftenreihe «Art & Photography» bei arthistoricum.net – ARTBooks der Universitätsbibliothek Heidelberg erscheint.

Eine Veranstaltung Veranstaltungen der Lehr- und Forschungsstelle für Theorie und Geschichte der Fotografie, Kunsthistorisches Institut, UZH. Konzept und Organisation: Bettina Gockel, Sophie Junge & Stella Jungmann. Bitte melden Sie sich per E-Mail an stella.jungmann@khist.uzh.ch an.

Helmut Müller-Sievers: «Roman und reine Erfahrung. William James’ radikaler Empirismus als Vollzug des Lesens»

Zurich Distinguished Lecture 2021

Mittwoch, 26. Mai 2021, 18.15–20 Uhr, Universität Zürich, Deutsches Seminar, online

William James (1842–1910) ist vornehmlich als einer der Gründungsfiguren des Pragmatismus bekannt. Hinter diesem Bekenntnis zu seinen philosophischen Zeitgenossen steht jedoch die ihm ganz eigene Theorie des ‚radikalen Empirismus‘ und das ihn konstituierende Phänomen der ‚reinen Erfahrung‘. In diesem Vortrag wird der Einsatz des Radikalempirismus nachvollzogen und reine Erfahrung als eine fundamentale These über das Lesen interpretiert. Sie bildet sich – biographisch, geschichtlich und systematisch – am Medium der Erfahrung des 19. Jahrhunderts, dem modernen Roman, heraus. Wie nun könnte eine Literaturwissenschaft und -pädagogik aussehen, die über die Erfahrung des Lesens an das Verständnis des Romans heranginge und nicht über das Paradigma des Wissens? Wie lassen sich den jüngsten (und zugleich ältesten) Herausforderungen an das ‚Fach‘ – der Einsicht in den systemischen Ausschluss diverser Erfahrungen – durch die Besinnung auf die reine Erfahrung begegnen?
Wo steht die germanistische Literaturwissenschaft? Dieser Standortbestimmung widmen sich die „Zurich Distinguished Lectures – The Art of Interpretation“. Seit 2016 werden viel beachtete Intellektuelle eingeladen, die sich um die Neuere deutsche Literaturwissenschaft verdient gemacht haben und die mit ihrer Stimme die aktuellen Entwicklungen der Literaturwissenschaft prägen.

Eine Veranstaltung des Deutschen Seminars der Universität Zürich, organisiert von Prof. Dr. Frauke Berndt. Bitte melden Sie sich für den Link zum Zoom-Meeting per E-Mail an.