Veranstaltungen

Anna Rothenfluh: »Jesusbräute«

24. September 2019, 16:15-18 Uhr, Historisches Seminar der Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, KOL-G-203

Eine Veranstaltung des Geschichtskontors (JPG, 182 KB) des Historischen Seminars der Universität Zürich.

James Coltrain: »Public History Storytelling through Game Design«

22. Oktober 2019, 16:15-18 Uhr, Historisches Seminar der Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, KOL-G-203

Eine Veranstaltung des Geschichtskontors (JPG, 182 KB) des Historischen Seminars der Universität Zürich.

Fatima Naqvi: »Die beleidigte Landschaft«

Zurich Distinguished Lecture 2019

22. Oktober 2019, 18:15-20 Uhr, Universität Zürich, Rämistrasse 59, 8001 Zürich, Raum RAA-G-01

Wir vermeinen sie zu kennen: Die beleidigte Landschaft ist ein gestaltloses Ding. Ohne abgrenzende Horizontlinie oder visuelle Erkennungszeichen dominieren in ihr Verkehrsknoten und Siedlungsinseln, Transiträume und Superkomplexe, Gewerbestrips und Restflächen. Straßen sind nicht zum Begehen da, sondern Schneisen durch unwegsames Gelände, die die Flucht ermöglichen. Nach 1945 hat eine verwässerte Nachkriegsmoderne in der Architektur geholfen, diese funktionalen Räume zu zeitigen. Topographische Unterschiede werden zubetoniert und die historische Gewordenheit von Orten vergessen gemacht.

In Fatima Naqvis Vortrag, Professorin für Germanic Languages & Literatures, Yale University, geht es um den westdeutschen Diskurs der 1960er über diese Landschaft, die von Austauschbarkeit und Wiederholbarkeit gekennzeichnet ist. In Literatur und Film wird just die beleidigte Landschaft zum Auslöser einer Diskussion über die Bedingungen für die politische (und ästhetische) Mündigkeit der Bürger und Bürgerinnen. Anhand von Beispielen aus Wim Wenders, Werner Schroeter, Peter Handke und Werner Herzog sollen die Konturen dieses Diskurses nachgezeichnet werden, der die Konturlosigkeit der Landschaft umwertet.

Eine Veranstaltung des Deutschen Seminars der Universität Zürich, organisiert von Prof. Dr. Frauke Berndt.

Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste

Vernissage: 25. Oktober 2019, Laufzeit: 26. Oktober 2019 22. März 2020, Hartware MedienKunstVerein Dortmund, Leonie-Reygers-Terrasse, D-44137 Dortmund

Nach 1990 wurden viele Geheimdienstarchive der ehemaligen Ostblock-Länder für die wissenschaftliche Forschung geöffnet. Dadurch war es erstmals möglich, Desinformation über Kunst und die Einflussnahme der Geheimdienste auf künstlerische Arbeiten zu untersuchen. Die Ausstellung will vor allem die Interaktion von Geheimdienstaktionen und Performancekunst zeigen, jener Kunstrichtung, vor der sich die totalitären Staaten Osteuropas am meisten fürchteten. Um die Relevanz dieser Fragen für die Gegenwart zu verdeutlichen, findet die Ausstellung 2019 statt, in dem Jahr, in dem sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum 30. Mal jährt. In der DDR war es die demokratische Opposition (darunter auch viele Künstler*innen), die 1989 die Stasi-Zentralen stürmte und die Vernichtung der Akten durch Stasi-Mitarbeiter*innen stoppte. Im Vorfeld der Ausstellung wurden umfangreiche und gezielte Recherchen in Geheimdienstarchiven in Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik, Rumänien und Deutschland durchgeführt. Die Ausstellung konzentriert sich auf Beispiele aus diesen Ländern aus den Jahren 1960-1990.

Mit Laszlo Algol / Gusztav Haberman / „Pécsi Zoltán” (HU), Alexandru Antik (RO), Tina Bara & Alba d’Urbano (DE), Kurt Buchwald (DE), Bulldozerausstellung (RU), György Galántai / Artpool (HU), Ion Grigorescu (RO), Sanja Iveković (HR), Voluspa Jarpa (Chile), Jens Klein (DE), Daniel Knorr (RO/DE), Csilla Könczei (RO), Korpys/Löffler (DE), Jiří Kovanda (CZ), Károly Elekes & Árpád Nagy, MAMÜ-Gruppe (RO), Simon Menner (DE), Arwed Messmer (DE), Clara Mosch (DE), Orange Alternative (PL), Peng! Collective (DE), Józef Robakowski (PL), Cornelia Schleime (DE), Nedko Solakov (BG), Gabriele Stötzer (DE), Tamás Szentjóby / Gábor Altorjay (HU), u.a.

Sowie Akten der/des Politischen Polizei Schweiz; MfS (Ministerium für Staatssicherheit) DDR; SB (Służba Bezpieczeństwa) VR Polen; ŠB (Štátní bezpečnost), ČSSR; KGB (Komitet gosudarstvennoj bezopasnosti), UdSSR; BM VR Ungarn; Securitate Rumänien.

Eine Ausstellung des HMKV (Hartware MedienKunstVerein) in Kooperation mit dem Slavischen Seminar der Universität Zürich (CH), kuratiert von Inke Arns, Kata Krasznahorkai und Sylvia Sasse. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und den ERC (Projekt Performance Art in Osteuropa (1950-1990): Geschichte und Theorie).

Poesie ist Riskio. Augusto de Campos – ein konkreter Dichter

Vernissage: 26. Oktober 2019, 18 Uhr, Laufzeit: 27. Oktober - 24. November 2019, Photobastei, Sihlquai 125, 8005 Zürich

 

Augusto de Campos (*1931), brasilianischer Dichter, Essayist, Literatur- und Musikkritiker, ist einer der wichtigsten Dichter Brasiliens. 1956 lancierte er gemeinsam mit seinem Bruder Haroldo de Campos und Décio Pignatari in São Paulo die internationale Bewegung der Konkreten Poesie. In seinen Werken, die eine spezifische Poetik des »menos« (weniger) auszeichnet, entwickelt er neue Strukturen für die visuelle Poesie, u.a. unter Einbezug der Social Media. Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet übersetzt er ausserdem Werke u.a. von Rimbaud, Rilke und Emily Dickinson.
Die Ausstellung Poesie ist Risiko, in deren Zentrum Augusto de Campos’ Werk »Verbi-Voco-Visual« steht, möchte die ständige Neuerfindung der Sprache (Kreation, Übersetzung, Intermedialität) veranschaulichen. Diese manifestiert sich sowohl in de Campos’ ersten Experimenten während der Schaffung der Konkreten Poesie, als auch in seiner heutigen Tätigkeit im digitalen Bereich. Zusätzlich zur Präsentation in der Photobastei werden Bücher, Buchobjekte, Fotografien, Collagen, Poster mit Paragrafen und Textausschnitten, Videos und Bildschirmfotos von Publikationen auf Instagram zu sehen sein. Ergänzt wird die Ausstellung von einer Sonderausgabe der Poemobiles mit Gedichten auf Portugiesisch und Deutsch, Dokumenten und Bildern (Verlag Demônio Negro 2019).
Organisiert im Rahmen der Reihe »Konkreter Oktober« der Abteilung für Brasilianistik des Romanischen Seminars der Universität Zürich, kuratiert von Eduardo Jorge de Oliveira und Vanderley Mendonça.

Augusto de Campos – Poetamenos (Minusdichter)

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 19 Uhr, Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich

An diesem Abend wird die Neuauflage der Poemobiles (Gedichte u.a. in Form von Himmel-und Hölle-Spielen) von Augusto de Campos sowie eine Anthologie seiner Werke in einer deutschen Übersetzung von Simone Homem de Mello präsentiert. Ausserdem lesen wir Werke der zentralen brasilianischen Konkreten Dichter Augusto und Haroldo de Campos sowie Décio Pignatari. In einer anschliessenden Diskussion mit Vanderley Mendonça und Simone Homem de Mello soll es u.a. um die Auswirkungen der Konkreten Poesie auf die zeitgenössische Dichtung gehen.

African Mirror

19. November 2019, 18:30 Uhr, Kino RiffRaff, Neugasse 57/63, 8005 Zürich, mit anschliessendem Gespräch mit dem Regisseur Mischa Hedinger und Prof. Dr. Gesine Krüger, moderiert von Prof. Dr. Monika Dommann

Der Schweizer René Gardi (1909-2000) erklärte uns über Jahrzehnte hinweg den afrikanischen Kontinent und seine Bewohner. In Büchern, Fernsehsendungen und Filmen schwärmte er von den schönen nackten Wilden und der vormodernen Zeit, in der sie lebten. Die angeblich heile Welt wurde zu Gardis Paradies und Afrika zur Projektionsfläche für die Sehnsüchte der Zuhausegebliebenen.
Mischa Hedingers Dokumentarfilm
»African Mirror« erzählt die Geschichte unseres problematischen Afrikabildes anhand Gardis Archiv, in dessen ambivalenten Bildern sich unser europäisches Selbstverständnis vielfach spiegelt. Der Film entlarvt das Bildermachen als eine Form des Kolonialismus und zeigt, wie wir uns bis heute einem Blick in diesen Spiegel verweigern.

Eine Veranstaltung des Geschichtskontors (JPG, 182 KB) des Historischen Seminars der Universität Zürich.