Ringvorlesungen

Belarus bewegt

Eine Ringvorlesung des Slavischen Seminars

Dienstags, 16:15 bis 17:45 Uhr, Zoom-Meeting
Weitere Informationen zur Durchführung: www.slav.uzh.ch/rv-belarus

Seit über einem Jahr bewegen die Proteste in Belarus die internationale Öffentlichkeit.Der Mut der breiten Bevölkerung, auf die Wahlfälschung, auf Gewalt und Terror des Regimes mit friedlichen und kreativen Mitteln über einen so langen Zeitraum zu antworten, hat nicht nur den Blick auf Belarus verändert, sondern auch die internationale Verantwortung erneut ins Bewusstsein gerufen.
Die Ringvorlesung möchte die aktuellen politischen Ereignisse historisch, philosophisch und politisch einordnen und mit Hilfe von Forscher*innen und Künstler*innen aus Belarus und der deutschsprachigen Osteuropaforschung analysieren. Sie thematisiert insbesondere die gesellschaftlichen Entwicklungen nach 1989, unter anderem die Rolle der Zivilgesellschaft, der Medien, der Mehrsprachigkeit, der Künste und der Nachbarn nach dem Zerfall der Sowjetunion bis heute.
Auch die Organisation einer Ringvorlesung ist von den aktuellen Ereignissen betroffen. Sie führt nicht nur vor Augen, dass es für Kolleg*innen aus Belarus gefährlich sein kann, in der Öffentlichkeit kritisch zu sprechen. Sie zeigt auch, dass Künstler*innen und Wissenschaftler*innen gar nicht mehr nach Belarus zurückkehren können und ins Exil (z. B. in die Schweiz) getrieben werden.
Die Ringvorlesung – eine Kooperation von fünf Schweizer Universitäten (Zürich, Basel, Bern, Freiburg und St.Gallen) – wird so, auch weil wir nicht wissen können, wohin sich die «Revolution der Geduld» (Heinrich Kirschbaum) bewegt, zu einer Chronik der laufenden Ereignisse.

Programm

21. September: Der «Еhemalige Sohn» der belarusischen Gegenwartsliteratur Saša Filipenko im Gespräch (Moderation: Tomáš Glanc)

28. September: «Belarus übersetzen. Verfolgung, Solidarität und Öffentlichkeit im frühen 21. Jahrhundert». Ein Gespräch mit Felix Ackermann & Nina Weller (Moderation: Sylvia Sasse & Benjamin Schenk)

5. Oktober: Félix Krawatzek: «Brüche in Belarus: Gesellschaftliche Ansichten und politische Erwartungen nach der Präsidentschaftswahl» (Moderation: Jeronim Perović)

12. Oktober: Astrid Sahm: «Zivilgesellschaft nach 1989» (Moderation: Ekaterina Emeliantseva & Ulrich Schmid)

19. Oktober: Marina Scharlaj: «Eine auditive Annäherung an das aktuelle Belarus» (Moderation: Barbara Sonnenhauser)

26. Oktober: Olga Shparaga: «Die Revolution hat ein weibliches Gesicht» (Moderation: Matthias Meindl & Sylvia Sasse)

2. November: Jan Patrick Zeller: «Die Sprachen der Belarus*innen zwischen Opposition und Regime» (Moderation: Barbara Sonnenhauser)

9. November: Mischa Gabowitsch: «Protest versus Alltag» (Moderation: Dorota Sajewska & Nina Seiler)

16. November: «Zwischen Power und Ohnmacht». Lesung und Gespräch mit Volha Hapeyeva und Iryna Herasimovich (Moderation: Ilma Rakuša)

23. November: Heinrich Kirschbaum: «Revolution der Geduld. Eine belarusische Bricolage» (Moderation: Jens Herlth)

30. November: «Between Exile and Underground: The Belarus Free Theatre – and the Revolution before the Revolution». Conversation with Nicolai Khalezin, Natalia Koliada & Pavel Haradnizky (EN) (Moderation: Gianna Frölicher & Anna Hodel)

7. Dezember: Maksim Samorukov: «Belarus and its neighbours Russia, Lithuania, Poland» (EN) (Moderation: Nada Boškovska)

14. Dezember: «Belarus entschlüsseln». Gespräch mit der Redaktion von Dekoder (Moderation: Benjamin Schenk & Julia Richers)

 

Architektur und Sprache

Ringvorlesung der Kommission UZH Interdisziplinär (UZH-i)

Donnerstags, 18:15 Uhr, KO2, Karl-Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich, Raum F-180

Architektur und Sprache hängen durch viele Praktiken und Medien zusammen. Die Ringvorlesung nähert sich diesen Zusammenhängen mit einer Auswahl von vier sprachlich konstituierten Praxisfeldern, in denen die wechselseitige Bedeutung von Sprache für Architektur und von Architektur für Sprache anschaulich hervortritt: (1) Reden und Zeigen, (2) Erzählen und Urteilen, (3) Sprechen und Zuhören sowie (4) Lesen und Schreiben.
Wer Architektur schaffen, verkaufen oder öffentlich nutzen will, muss auch über sie reden, d. h. sich einer der genannten Praktiken bedienen. Und wer auf den genannten Feldern angekommen ist und in der Öffentlichkeit reden will, der tut dies stets in einem architektonisch gestalteten Raum und unter dem Eindruck und den Bedingungen dieses Raums. Wie verändert sich unsere Wahrnehmung in der gebauten Umwelt, wenn wir an deren sprachliche Konstitution denken? Und wie beginnen wir (anders) zu sprechen, wenn wir auf die räumlichen Voraussetzungen unseres Redens achten? Antworten auf diese und ähnliche Fragen erhoffen wir uns von den umseitig aufgeführten Vorlesungen. Sie stammen nicht nur von Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, sondern auch von Fachleuten aus unterschiedlichen Praxisfeldern des Entwerfens, Bauens, Gestaltens und Nutzens von Räumen und der Kommunikation mit und über Architektur.

Organisiert von Prof. Dr. Hans-Georg von Arburg, Universität Lausanne; Prof. Dr. Noah Bubenhofer, Prof. Dr. Heiko Hausendorf und Prof. Dr. Klaus Müller-Wille, Deutsches Seminar.

Programm

30.9.2021, Prof. Dr. Hilde Heynen (KU Leuven): Meaning and Effect. Revisiting Semiotics in Architecture, der Vortrag wird in den Hörsaal übertragen

7.10.2021, Dr. Johannes Binotto (Hochschule Luzern): Baumeister Kino. Filmsprache und/als Architektur

14.10.2021, Dr. Daniel Kurz (Chefredaktor werk, bauen + wohnen): Architektur zum Sprechen bringen. Vermitteln zwischen Gebäude und Gesellschaft

21.10.2021, Dr. Benedikt Loderer (Stadtwanderer): Kopfkino

28.10.2021, Prof. em. Dr. Stanislaus von Moos (Universität Zürich): Präzision der Unschärfe. À propos Herzog & de Meuron

4.11.2021, Prof. Dr. Joachim Scharloth (Waseda University, Tokyo): Stadt als Protestraum, der Vortrag wird  in den Hörsaal übertragen

11.11.2021, Dr. Sabine von Fischer (Redaktorin für Architektur & Design, Neue Zürcher Zeitung): Das akustische Argument im Stadtraum

18.11.2021, PD Dr. Wolfgang Kesselheim (Universität Zürich): Sprache, Körper und Architektur

25.11.2021, PD Dr. Heike Delitz (Otto-Friedrich-Universität Bamber) : Gesellschaften, Diskurse, Architekturen, der Vortrag wird in den Hörsaal übertragen

2.12.2021, Agnès Laube (Hochschule Luzern), und Michael Widrig (Kaufmann Widrig Architekten GmbH, Zürich): Archigrafie – Schrift am Bau

9.12.2021, Prof. Dr. Catherine de Smet (Université Paris 8): Architecture du livre — Le Corbusier et ses machines à lire

16.12.2021, Prof. Annette Gigon (ETH Zürich): Berührungspunkte
 

Kulturanalyse jetzt!

Eine Ringvorlesung des Studienprogramms Kulturanalyse

Montags, 16:15 bis 18 Uhr, Universität Zürich, Rämistrasse. 71, 8001 Zürich, Hörsaal KOL-G-204, und online. Für den Zoom-Link melden Sie sich bitte bei: kulturanalyse@ds.uzh.ch

Was ist jetzt? Wie ist es dazu gekommen? Und was ist im Kommen? Diese Fragen stehen im Zentrum von Kulturanalyse Jetzt!, der Ringvorlesung des Studienprogramms Kulturanalyse. Die Beiträgefokussieren auf die Jetztzeit, praktizieren, was Hegel als die „Zeit in Gedanken erfasst“ bezeichnet hat. Leitthema ist die Kulturanalyse der Gegenwart - die Fragen, die sie aufwirft, die Probleme, mit denen sie uns konfrontiert. Dabei geht es vor allem darum, die Ereignisse der Gegenwart aus persönlicher, fachlicher und künstlerischer Perspektive zu analysieren, um über die kulturellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und ästhetischen Konsequenzen dieser Gegenwart nachzudenken.

Programm

27. September: Benno Wirz: "Kulturanalyse jetzt!". Eine Einführung

Ausserordentlicher Termin: Do 7. Oktober 2021, 10.15 Uhr: Ann Demeester (Frans Hals Museum, Haarlem, Radboud University Nijmegen, zukünftige Direktorin des Kunsthauses Zürich) im Live-Gespräch mit Prof. Dr. Bärbel Küster

11. Oktober: PLAY / PAUSE / REPEAT: Die Geschichte von Pop und seinen Geräten. Tobi Müller (Autor, Berlin) im Live-Gespräch mit Prof. Dr. Monika Dommann

18. Oktober: tba

25. Oktober: tba

1. November: Wie über Identitäten sprechen? Dr. Mithu M. Sanyal (Autorin, Düsseldorf) im Live-Artist Talk mit mit Elisabeth Bronfen

8. November: On the attempt to see through eyes that are not our own. Helen Macdonald (Britische Autorin, Suffolk) im Online-Artist Talk mit Christine Lötscher

15. November: Erzählen als Kulturanalyse. Sjón (Isländischer Autor, Writer in Residence Literaturhaus Zürich) im Live-Artist Talk mit Klaus Müller-Wille und Philipp Theissohn

22. November: Fossile Energien, bürgerliche Freiheiten. Dr. Thomas Forrer (Universität Luzern und Fraktionschef der Grünen im Zürcher Kantonsrat) im Live-Gespräch mit Benno Wirz

29. November: Kulturanalyse schreiben. Ein Gespräch  über ‘1977’. Philipp Sarasin (Universität Zürich) im Live-Gespräch mit Elisabeth Bronfen, Gesine Krüger, Sylvia Sasse und Klaus Müller-Wille

6. Dezember: In der Krise übersetzen. Iryna Herasimovich (Übersetzerin, Belarus) im Live-Gespräch mit Sylvia Sasse