Ringvorlesungen

THEATER & COMMUNITAS. Formen digitaler Gemeinschaftlichkeit in den performativen Künsten

Donnerstags, 16 bis 18 Uhr, über Zoom, Link nach Anmeldung

Das Erzeugen und Erproben von Zusammensein im Theater haben während der Pandemie besonders an Brisanz gewonnen. Die Schliessungen der Kulturinstitutionen und die Unmöglichkeit, sich physisch zu versammeln, fordern nicht nur die Arbeit der Theaterschaffenden heraus, sondern auch das Theater selbst als öffentlichen Ort der Versammlung, als Kunst der sogenannten „leiblichen Ko-Präsenz“ oder als „Communitas“ –  eine liminale und spontane Form der Gemeinschaftlichkeit. Während neue Formen der Zusammenkunft und der Öffentlichkeit im digitalen Raum zutage treten, wird bereits ein „postpandemisches Theater“ bereits erwogen. Zugleich gibt die digitale Bereitstellung von vergangenen Aufführungen auch Anlass dazu, über Theater als gemeinsames Erlebnis und Diskussionsmaterial in neuen raumzeitlichen Bedingungen nachzudenken.
Diese Gelegenheit möchte das Webinar „Theater&Communitas“ ergreifen: Anhand jüngster Beispiele der (post-)dramatischen, performativen, aktivistischen und digital-hybriden Bühne sowie der Oper werden Konzepte und Praktiken von Gemeinschaftlichkeit erforscht, die global entworfen werden und sich mit den digitalen Formaten von Theater und Performance kreativ, konstruktiv oder kritisch auseinandersetzen. Über die kollektive Untersuchung und Reflexion hinaus ermöglicht die Veranstaltungsreihe ihren Teilnehmenden auch, sich als Publikum zu treffen bzw. sich auf Austausch und offene Diskussionen über Theater und „Communitas“ einzulassen. So hofft das Webinar selbst, anhand regelmäßiger Treffen zur Gemeinschaftlichkeit aufzufordern, welche den Theatern und ihren Publika zurzeit entzogen ist.
Bitte melden Sie sich spätestens eine Woche vor dem Webinar unter info@crisisandcommunitas.com an. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten zu den Zoom-Sitzungen sowie weitere Informationen, wie Sie sich die Aufführung zur Vorbereitung online anschauen können.

Programm

25. Februar 2021 Gob Squad: Show Me a Good Time, Premiere 2020 im HAU in Berlin; Gast: Aenne Quiñones (Stv. Künstlerische Leitung, HAU Hebbel am Ufer)

11. März 2021 andpartnersincrime: Das Theater – Nach dem Ende der Versammlung III, Premiere (online) 2021 im Digital Mousonturm; Gast: Julia Novacek (Video- und Performancekünstlerin, Berlin)

18. März 2021 Wojtek Ziemilski: Come Together, Premiere 2017 im Studio Teatrgaleria in Warschau; Gast: Wojtek Ziemilski (freier Regisseur, Warschau)

15. April 2021 Ben Frost: Der Mordfall Halit Yozgat, Premiere (online) 2020 im Staatsschauspiel Hannover in Zusammenarbeit mit dem Holland Festival; Gast: Fabienne Liptay (Filmwissenschaftlerin, UZH)

6. Mai 2021 Coletiva Ocupação: When it Breaks it Burns (Quando Quebra Queima), Premiere 2018 in Casa do Povo in São Paulo; Gast:  Coletiva Ocupação (São Paulo)

27. Mai 2021 Krzysztof Warlikowski: We Are Leaving (Wyjeżdżamy), Premiere 2018 in Nowy Teatr in Warschau; Gast: Piotr Gruszczyński (Dramaturg, Nowy Teatr Warschau)

Form/Formlosigkeit

Montags, 14-15:45 Uhr, Universität Zürich, online, Anmeldung via OLAT erforderlich

Zwischen Idealismus (Platon) und Ontologie (Aristoteles) und hier wiederum zwischen Aktualität und Potentialität hat der Formbegriff eine zweitausendjährige Geschichte, deren gemeinsamer Nenner die Differenz zwischenForm (eidos oder morphe, forma) und Stoff (hyle, materia) bildet. Den Höhepunkt der theoretischen Debatten in der Vormoderne bildet die sogenannte Morphologie (u.a. bei Johann Wolfgang Goethe). Ab 1800 zeichnet sich eine grundsätzliche Transformation des Nachdenkens ab, die bis zu den rezenten Theorien von Gilles Deleuze oder Giorgio Agamben sowie zur Tendenz der Auflösung der Form in Formlosigkeit etwa bei Donna Haraway reicht. Form, Formlosigkeit und die Formen der Formlosigkeit sind das Thema dieser Ringvorlesung, in der klassische philosophische und ideengeschichtliche Positionen sowie aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche Revisionen anhand von Beispielen aus Literatur, bildender Kunst, Film, Musik und Performance Art diskutiert werden.

Konzeption: Prof. Dr. Frauke Berndt, Prof. Dr. Klaus Müller-Wille

Alle Hinweise zum Livestreaming, zu einzelnen Podcasts sowie zu weiteren Materialien der Ringvorlesung werden per E-Mail via OLAT kommuniziert.

Kontakt / Modulverantwortung: Prof. Dr. Sandro Zanetti

Programm

22.02.2021 Frauke Berndt: Form und Formlosigkeit. Konzepte – Theorien – Modelle (Einführungsvortrag)

1.03.2021 Elisabeth Bronfen: Serial Forms. Shakespeare meets Quality TV

8.03.2021 Rahel Villinger: Natural Forces of Form. The Waves and other writings by Virginia Woolf

15.03.2021 Marius Reisener: Die Form der Männlichkeit. Romantheorie und Geschlecht

22.03.2021 Sylvia Sasse: Formangst. Wie die Form politisch wurde

29.03.2021 Eduardo Jorge de Oliveira: Die Tiergestalt. Reading Animal Patterns in Latin American Art and Literature

12.04.2021 Sandro Zanetti: Form and Time in Emily Dickinson

26.04.2021 Andrea Riemenschnitter: Form and Matter in Chinese. Environmental Poetry and Art

3.05.2021 Lena Rohrbach: Eine Unform an Gestalt. Form(-losigkeit) in der vormodernen isländischen Prosatradition

10.05.2021 Liliana Gómez: Verflüssigungen. Form/Formlosigkeit in den künstlerischen Praktiken der Gegenwart

17.05.2021 Dorota Sajewska: Szenen des Obszönen. Form und Norm in der Literatur und Performance

31.05.2021 Klaus Müller-Wille: Pour la forme (Jorn) (Abschlussvortrag)

Geschichtskontor

Dienstags, 16:15–18 Uhr, Historisches Seminar, Universität Zürich, online
Bitte melden Sie sich für den Zoom-Zugang hier an.

Organisiert von Monika Dommann, Martin Dusinberre, Gesine Krüger, Simon Teuscher

Programm

02. März 2021 Mini-Serie «Frieden», Schweiz 2020. Gespräch mit der Drehbuchautorin Petra Volpe, Brooklyn/Berlin (gemeinsam mit Werkstatt Sozial- und Wirtschaftsgeschichte)

09. März 2021 Jürgen Hotz, Campus Verlag & Alexander Schmitz, Konstanz University Press: Wie überarbeiten? Ein Gespräch mit zwei Lektoren

16. März 2021 Simon van Rekum, Zürich: Crossing Generic Boundaries: The Conflation of Titles and Proper Names

23. März 2021 Carla Engler, Zürich: Elizabeth Price – ‹A Long History›:Sammlung und videoinstallatives Gegennarrativ

30. März 2021 Hans-Jakob Scherrer, Zürich: Die «transnationale Schweiz der Belle Époque» am Beispiel des frühen Schweizer Fussballs, 1880–1914

13. April 2021 Martin Dusinberre, Zürich: The Shipshape Archive; or, what is this damn book really about?

20. April 2021 Ursina Klauser, Zürich: Begegnungen: Kinder und Psychiater um 1920

27. April 2021 Eliane Kurmann, Bern: Fotogeschichten und Geschichts-bilder. Zur Verwendung historischer Fotografien in Tansania

04. Mai 2021 Flurina Camenisch, Zürich: Kredite, Korrespondenz, Konflikte. Transregionale Verflechtungen im spätmittelalterlichen Graubünden am Beispiel Graf Georgs von Werdenberg-Sargans

11. Mai 2021 Andrea Schweizer, Zürich: Die Schweizer Friedensbewegung 1979–1989

18. Mai 2021 Catherine Davies, Zürich: Feministische Rechtswissenschaft und das Problem der sexuellen Gewalt

25. Mai 2021 Elisabeth Bronfen, Zürich: Cover Stories. Familienroman als Historische Spurensicherung