Tagungen

Stifters Mikrologien

Tagung zum 150. Todesjahr von Adalbert Stifter

Vom 26.-27. September 2018, Universität Zürich, Rämistrasse 71, KOL-E-13

Das Werk Adalbert Stifters zeichnet sich durch eine markante Aufmerksamkeit für das Kleine, Unmerkliche und vermeintlich Geringfügige aus. Bereits die zeitgenössische Rezeption hat das Bild vom „Dichter des Details“ und des botanischen „Mikroskopikers“ in Umlauf gebracht, das Stifter tatkräftig untermauert hat – wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen: Denn die Hierarchie von Gross und Klein, von Erhabenem und Niedrigem invertiert er durch den Hinweis auf das „sanfte Gesetz“, das im Verborgenen das menschliche Leben sowie die Natur regiere und das umso mächtiger wirke, als es noch in den unmerklichen und scheinbar unbedeutenden Phänomenen zu erkennen sei. Nach Massgabe dieser Prämisse wird das „Kleine“ bei Stifter „ehrfurchterregend“, und wenn er seine literarischen Erzählungen immer wieder als „kleinste Körnchen“ darreicht, dann verbirgt sich dahinter nicht nur rhetorische Bescheidenheit, sondern auch die unbeirrte Vorstellung einer anti-monumentalen Dichtung, einer „Poetik des Unspektakulären und Gewöhnlichen“ (Begemann).

Die Tagung, organisiert von Davide Giuriato und Sabine Schneider, gehen anlässlich von Stifters 150. Todesjahr dieser noch kaum erschlossenen poetischen Wissenschaft vom Kleinen und Winzigen nach. Programm

Wochenende über Schrift

Vom 27.-28. Oktober 2018, Kunsthalle Zürich, Limmatstrasse 270, bei 100 Ways of Thinking - Wissenschaftsfestival

An diesem Wochenende, organisiert von Christine Lötscher, Bettina Spoerri und Sandro Zanetti, fragen wir, wie Sprache unser Denken prägt. Wir folgen den Spuren der ältesten lesbaren Texte der Welt und lassen uns von verschiedenen Schriftformen in unterschiedliche Welten des Denkens führen. Wir diskutieren das aktuelle Literaturgeschehen, vergleichen grammatikalische Variationen, lauschen lyrischen Kreationen und reflektieren das Schreiben als Kulturform.
Schreiben und Denken sind untrennbar miteinander verknüpft. Schreiben ist Kommunikationsmedium, Arbeitsmittel, Gedankenstütze und Kunstform. Sprache erscheint in den unterschiedlichsten Gestalten, doch immer ist sie Ausdruck unseres Denkens. Gedanken werden sprachlich gefasst, festgehalten und mitgeteilt. Sprachen präsentieren sich dadurch als Zugang zu unserem Denken; oder zumindest als Hilfestellung, ein bisschen davon zu verstehen.
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