2018/2019 »Ästhetik der Kindheit«

Seit ihrer „Entdeckung“ im 18. Jahrhundert steht Kindheit im Fokus eines gesamtgesellschaftlichen Interesses, das mit einer ganzen Reihe kulturtheoretischer und -kritischer Überlegungen und Fragen verknüpft ist: Auf der schwer verfügbaren Schwelle zur symbolischen Ordnung stehend, veranschaulichen Kinder in der Moderne einen unmarkierten Raum, der in der Art einer „black box“ (Luhmann) nicht nur besondere Wissensanstrengungen auf sich zieht, sondern auch zu Projektionen und Fiktionen einlädt. Für das kulturelle Selbstverständnis dient das Kind als Spiegel, in dem sich die Gegenwart ebenso entlarven soll, wie sich die Gesellschaft ihrem eigenen Ursprung auf der Spur wähnt oder in die Zukunft blickt. Daher ist der Kindheitsdiskurs immer auch von einer Ästhetik strukturiert, die in Literatur und Kunst freien Ausdruck findet. Im Lichte dieser Überlegungen geht der interdisziplinär konzipierte Jahresschwerpunkt, organisiert von Prof. Dr. Davide Giuriato, Prof. Dr. Klaus Müller-Wille, dem Zusammenhang von Kulturtheorie und den Künsten am Gegenstand einer zentralen Denkfigur der Moderne in der Malerei, der Literatur, den Medien und dem Film nach.

Veranstaltungen

 

Prof. Dr. Barbara Wittmann (Universität der Künste, Berlin): »Allegorie der Kindheit – Kindheit der Allegorie. Anne-Louis Girodets Bildnis des zehnjährigen Benoît Agnès Trioson (1800)«

Dienstag, 13. November 2018, um 18 Uhr an der Universität Zürich, Rämistrasse 71, KOL-E-13, moderiert von Prof. Dr. Davide Giuriato

 

Prof. Dr. Eva Geulen (Zentrum für Literaturforschung/ Humboldt Universität, Berlin): »Zum Eigenleben von Kindern in der Literatur des 19. Jahrhunderts«

Dienstag, 4. Dezember 2018, um 18 Uhr an der Universität Zürich, Rämistrasse 59, RAA-G-01, moderiert von Prof. Dr. Davide Giuriato

 

Dr. Johannes Binotto (Universität Zürich/ Universität Luzern): »Telefonspiele. Akustik und Medialität der Kindheit«

Donnerstag, 14. März 2019, um 19 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich, moderiert von Prof. Dr. Klaus Müller-Wille

 

Prof. Dr. em. Thomas Koebner (Universität Mainz): »Die Inszenierung des einsamen Kindes. Beispiele aus der Filmgeschichte«

Donnerstag, 21. März 2019, um 19 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich, moderiert von Prof. Dr. Fabienne Liptay

 

Prof. Dr. Daniel J. Wiegand (Universität Zürich): »Kinder beobachten. Der kindliche Blick im Film«

Donnerstag, 9. Mai 2019, um 19 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich, moderiert von Prof. Dr. Klaus Müller-Wille